Navigation

Themen

Die neue Führungsmannschaft des SPD-Unterbezirks Deggendorf

bild 

Die neue Führungsmannschaft des SPD-Unterbezirks Deggendorf (v.r.): stv. Landrat Helmut Behringer (Freyung), Europawahl-Kandidat Christian Flisek aus Passau, Stellvertreter Michael Fritz, neue Vorsitzende Rita Hagl, MdB Bruni Irber, jetzt Stellvertreterin, Kassier Hans Eisner, Schriftführer Ewald Straßer und Pressewart Michael Dietz. (Foto: Rücker)

 

Von Helmuth Rücker
Langfurth. Bei der SPD im Unterbezirk Deggendorf-Freyung-Grafenau ist es nicht zum Besten bestellt. Immerhin konnte der Mitgliederschwund gestoppt werden. In den Ortsvereinen – vor allem im Landkreis Freyung-Grafenau – herrscht nach Auffassung von MdB Bruni Irber zu wenig Kampfgeist. Es seien kaum Aktivitäten zu spüren. Bei den Kommunalwahlen wurden sieben Mandate verloren, im Landkreis Deggendorf immerhin drei hinzugewonnen. Hinzu kommt, dass Bruni Irber mit der Legislaturperiode im Herbst aus dem Bundestag ausscheiden wird. Ihre Nachfolgerin Rita Hagl aus Mauth steht auf Platz 34 der bayerischen Bundestagsliste. Gegenwärtig ist die bayerische SPD mit 24 Mandaten im Bundestag vertreten. Trotzdem übte sich die SPD bei ihrem Unterbezirks-Parteitag am Samstag in Optimismus. „Die Roten kommen“, sagte Juso-Kreisvorsitzender Michael Fritz. Und wenn es erst einmal nur in Form von Schoko-Osterhasen ist, die in diesen Tagen verteilt werden.
Dass Bruni Irber nach knapp 16 Jahren den Vorsitz des SPD-Unterbezirks abgibt, hat nichts mit Resignation zu tun. Sie konnte eine durchaus positive Bilanz ziehen. Doch Irber, die im Juli 61 Jahre alt wird und seit 1994 im Bundestag sitzt, will sich weitgehend aus der Politik zurückziehen und in Ruhestand gehen. Sie will die Verantwortung in jüngere Hände geben. Die beiden Stellvertreter Ludwig Kandler und Axel Scherzer nahmen dies auch gleich zum Anlass, den Generationenwechsel durchzuführen.
Rita Hagl (38) wurde von den 25 Delegierten – fast die Hälfte war bei dem schönen Wetter zu der vierstündigen Marathonsitzung nicht gekommen – einstimmig gewählt. Nicht anders fiel das Ergebnis bei den anderen Posten aus. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Michael Fritz (31). Bruni Irber tritt ins 2. Glied zurück, sie bleibt als Stellvertreterin im Unterbezirk aktiv. Neuer Kassier ist Hans Eisner aus Waldkirchen. Er ist Nachfolger von Florian Seidl. Sein plötzlicher Tod im Januar hatte die Neuwahlen notwendig gemacht. Schriftführer bleiben wie bisher Ewald Straßer und Michael Dietz. In der Vorstandschaft dominiert nun die Freyunger Seite. Rita Hagl machte jedoch klar, dass sie sich nicht als Freyunger Vertreterin fühle. Da sie in Zenting geboren sei, habe sie es schon immer auch auf die Deggendorfer Seite gezogen.
Ihr ist bewusst, dass sie wenig Chancen hat, im Herbst nach Berlin ziehen zu können. „Vielleicht nächstes Mal“, sagt sie. Die Parteistrategen erinnern daran, dass es Bruni Irber auch erst im zweiten Anlauf geschafft habe, sich so zu positionieren, dass sie auf der Liste einen Platz erhielt, der ihr die Fahrkarte nach Berlin garantierte. Jetzt wird so kalkuliert, dass in vier Jahren Jella Teuchner (Passau) wohl nicht mehr kandidiert und Rita Hagl dann als Frau für Niederbayern nach Berlin geschickt wird. Am Samstag sagte Rita Hagl, dass sie sich auf die nächsten Monate Wahlkampf freue, „auf das gemeinsame Kämpfen“ – auch wenn diese Vorfreude noch nicht so kämpferisch rüberkam. In die Fußstapfen von Bruni Irber zu treten, sei ihr Ziel.
Wie groß diese sind (politisch gesehen), wurde beim kämpferischen und leidenschaftlichen Rückblick der Osterhofenerin deutlich. Ihr Rückblick reichte nicht nur über zwei Jahre, sondern über eine Amtszeit von knapp 16 Jahren. Zweimal sei es ihr gelungen, Verteidigungsminister nach Freyung zu holen. Mit den Besuchen von Scharping und Struck sei es gelungen, diese davon zu überzeugen, dass der Bundeswehr-Standort erhalten bleiben muss. Sie habe für den Erhalt der freifließenden Donau ebenso gekämpft wie für den Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur. Die Ilztalbahn werde wieder aktiviert.
Selbstkritisch ging sie mit dem Zustand der Partei im Unterbezirk um. Die Ergebnisse bei den Wahlen seien zwar „akzeptabel“ gewesen, „aber wir sollten mehr wollen!“ Man müsse das Ruder rumreißen, nicht auf die Fehler der anderen warten, sondern selbst etwas tun. „Hütet unsere sozialdemokratischen Ideale, kämpft für Eure Überzeugung“, appellierte sie an die Mitglieder.
Was wäre ein Parteitag ohne politische Reden? Aus Straubing gekommen war MdL Reinhold Perlak, aus Passau der Kandidat für die Europawahl, Christian Flisek. Er warb für eine gute Wahlbeteiligung. Er trug jedem auf, mindestens einen Bekannten zu überzeugen, am 7. Juni zur Wahl zu gehen.

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.

Mitglied werden