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Kohnen übt „Große Koalition“

Deggendorf 12. Juni 2018 – Deggendorfer Zeitung

SPD-Landtagsspitzenkandidatin Natascha Kohnen im Gespräch mit CSU-Urgestein Alois Schraufstetter – Als Flut-Einsatzleiter Talkgast

Deggendorf. Atmosphärisch stimmte die Chemie zwischen Natascha Kohnen und ihrem Talk-Gast Alois Schraufstetter am Freitagabend im Fischerdorfer Vereinsheim. Die rote Landtagsspitzenkandidatin und der schwarze Kreisbrandrat konnten sich viel erzählen über „Gott und die Welt“ und die schlimmen Zeiten der Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren, als die Isarfluten Fischerdorf fest im Griff hatten.

Beide Gesprächspartner sind langjährige Kommunalpolitiker und beide haben keine parteipolitischen Berührungsängste, versicherten sie sich in der kurzen biografischen Einstiegsrunde des Talk-Show-Wahlkampf-Formats „Kohnen Plus“. Im Publikum waren hauptsächlich SPD-ler einschließlich der SPD-Stadtratsfraktion und vieler roter Bürgermeister, Mandats- und Amtsträger von links und rechts der Donau. Mit dabei natürlich auch Landtagskandidat Dr. Bernd Vilsmeier, der einleitend als Moderator und Gastgeber fungierte.

Unterhaltsam, amüsant und anekdotenreich parlierten Schraufstetter und Kohnen vor knapp sechzig Gästen. Die SPD-Spitzenkandidatin und studierte Biologin begann mit persönlichen Jugenderlebnissen im atompolitischen Widerstand am Wackersdorfer Bauzaun der damals geplanten Wiederaufarbeitungsanlage. Kommunalpolitisch begann sie sich zu engagieren, weil es in Bayern vor 20 Jahren für ihre beiden Kinder kaum Kinderkrippen und -gärten gab.

Schraufstetters kommunalpolitisches Credo als CSU-Mandatsträger ist die Suche nach Lösungen für die vielen „kleinen Dinge und Anliegen der Bürger“. Dabei spreche er auch mit den „Freunden und Kollegen der SPD oder der Grünen“. „Das kommt bei den Bürgern auch relativ gut an“, stellt er fest. Überhaupt: Der Umgang und die Sprache mit dem Bürger sei für ihn das Wichtigste.

Auch Kohnen sei es in ihrer Gemeinderatstätigkeit immer um die vielen konkreten Fragen gegangen, die man nur miteinander lösen könne, bekräftigt sie. Die beiden streiften dann im konstruktiven Dialog die Friseurtradition der Familie Schraufstetter, das Deggendorfer Hochwasser 1954, die mehrwöchige Katastrophe in Fischerdorf 2013 mit ihren vielen anrührenden Einzelschicksalen und dramatischen Betroffenheiten, aber auch erfreulichen Begebenheiten einschließlich der internationalen Hilfe und Solidarität aus ganz Europa. Verblüffend seien damals das außergewöhnliche, ehrenamtliche Engagement der vielen generationen- und länderübergreifenden Helfer und die großzügigen Sachspenden für die Fischerdorfer Flutopfer gewesen.

Gesprochen wurde auch über Nachwuchsprobleme der Freiwilligen Feuerwehren und Alltagssorgen der Bevölkerung in Stadt und Land. Die Landtagsspitzenkandidatin Kohnen zeigte sich an vielem sehr interessiert und flocht hin und wieder eigene Essentials aus ihrem politischen Programm in den dahinfließenden Gesprächsverlauf. So forderte sie angesichts des Klimawandels vehement eine bezahlbare Wetterschutzversicherung, „damit Hauseigentümer nach einer Katastrophe nicht auf private Spenden und staatliche Almosen angewiesen seien“. Familienpolitisch trete sie für kostenfreie Kitas und eine Kindergrundsicherung ein. Explodierende Mieten in Städten und Ballungsräumen müssten wirksam durch politische Maßnahmen gestoppt werden, appellierte sie.

Schraufstetter lieferte hauptsächlich hautnahe Innenansichten aus dem Fischerdorfer Flutgeschehen im Jahr 2013 und steuerte niederbayerische Lebensweisheiten bei, wie etwa das gesellige Motto: „Mit dem Reden kommen die Leut’ zusammen“. Er machte aber auch klar, dass in Sachen Hochwasserschutz bereits etliche Maßnahmen voll umgesetzt seien und dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben könne.

In der Publikumsrunde war reichlich Gelegenheit, diverse politische Statements zu Gehör zu bringen. So forderte beispielsweise der Plattlinger SPD-Stadtrat Georg Weiß das Wasserwirtschaftsamt zur Mäßigung auf, weil in seinen Karten und Plänen zunehmend vom tausendjährlichen Hochwasserschutz die Rede sei. Auch in flussnahen Gemeinden müsse weiter gebaut werden können. Sonst seien Mittelzentren in ihrer Entwicklung gefährdet.

Ganz am Schluss der Veranstaltung gesellte sich noch Umweltstaatssekretär Florian Pronold zu den knapp sechzig reichlich applaudierenden Talk-Show-Besuchern. Kreisbrandrat Schraufstetter fiel sofort spontan eine Löschaktion ein, die notwendig wurde, weil der sechsjährige Florian daheim beim Bleigießen mit dem offenen Feuer gespielt hatte.

Als Dank für den kurzweiligen Talk-Abend überreichten Landtagskandidat Dr. Bernd Vilsmeier und Bezirkstagskandidat Ewald Straßer Blumen und niederbayerische Spezialitäten an die unterhaltsamen, schwarz-roten Gesprächspartner Natascha Kohnen und Alois Schraufstetter. rüs

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